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Wie du ganz einfach auf Fast-Fashion verzichtest

6 Tipps zu Fast-Fashion

Das Thema Fast-Fashion (ohne Rücksicht auf die Umwelt produzierte Kleidung) wird immer wichtiger. Kein Wunder; wir stecken inmitten in einer Klimakrise und die Erde ist in rasendem Tempo dabei, sich zu erwärmen. Die Auswirkungen kriegen wir schon jetzt zu spüren. Einen wesentlicher Teil dazu trägt sicherlich der extreme Fleischkonsum bei, aber auch in der Modebranche wird eine erhebliche Menge an Treibhausgasen ausgestoßen, was wiederum den Treibhauseffekt begünstigt. In diesem Artikel bekommst du 6 Tipps, wie du mit einfachen Mitteln auf Fast-Fashion verzichten kannst. 

1. Was gilt als Fast-Fashion und was kann ich anders machen?

Im Prinzip ist es ganz einfach. Alle großen Modeketten produzieren unter fragwürdigen Umweltaspekten ihre Kleidung. Das soll natürlich keine generalisierung sein, jedoch kann man es relativ schnell erkennen, wenn man auf den Preis schaut; z.B. ein T-Shirt für 5€ – das kann einfach nicht funktionieren, wenn man überlegt, was das Shirt für eine Reise hinter sich hat. Natürlich gibt es auch kostenintensivere Produkte, welche einfach nicht Nachhaltig sind. Hier hilft es, sich über die gängigen Siegel zu informieren, denn jeder kann im Prinzip seine Kleidung als "Bio" deklarieren; hier kommt es auf den Anteil der Bio-Rohstoffe im Textil an. Glücklicherweise kommen jeden Tag neue Marken und Modelabel mit nachhaltigen Kleidungstücken dazu - aus gutem Grund: Das Thema wird immer wichtiger. Kauft man bei solchen Labeln ein, darf man allerdings nicht mit Dumpingpreisen rechnen, denn Nachhaltigkeit kostet nunmal. Aber das ist auch gut so, denn man kauft automatisch bewusster ein und kann eine ganz andere Verbindung zu seinem Kleidungsstück aufbauen. In diesem Artikel gehen wir detailliert auf Siegel für nachhaltig produzierte Kleidung ein. Für die Lesefaulen unter euch, haben wir hier einmal die wichtigsten Siegel aufgelistet.

Oeko-Tex Standard 100

Ein sehr verbreitetes Siegel, bei dem vor Allem der Endverbraucher geschützt werden soll. Hier wird allerdings nur auf Schadstoffrückstände im Produkt geachtet. Allerdings wird hier nicht auf Umweltverträgliche Produktion geachtet. Trotzdem sind fast alle "Detox-Chemikalien" bei Stoffen mit diesem Siegel verboten.

EU-Ecolabel

Bei dem EU-Ecolabel handelt es sich auch eher um ein massentaugliches Label, welches aber in letzter Zeit die Kriterien für Schadstoffgrenzwerte und den Anteil von Umweltschädlichen Substanzen angezogen hat. Auch die Ressourcennutzung sowie Wasser- und Luftverschmutzung sind ein Teil der Kriterien. Jedoch sind auch die die Grenzwerte relativ locker gehalten und im Vergleich zu anderen ECO-Labeln eher schwächer. 

cradle to cradle

Bei diesem Label steht der Kreislaufgedanke ganz klar im Vordergrund, daher auch der Name (dt. "Wiege zu Wiege"). Hierdurch soll Abfall überflüssig werden und ein Produkt einen vollständig nutzbar werden- auch über die eigentliche Nutzungsdauer hinaus. Auch Materialgesundheit und Wasserverbrauch fließen in die Bewertung mit ein. Ein Produkt wird dann in eine von 5 Kategorien eingeteilt: Basic, Bronze, Silber, Gold und Platin. Deswegen Gelten c2c-Produkte als sehr gut kreislauffähig und gesundheitlich unbedenklich. Die Produkte werden vor allem nach 23 toxologischen Kriterien bewertet, z.B. ob sie krebserregend, hormonell wirksam oder schädlich für Wasserorganismen sind. Besonders die oberen Stufen stellen einen hohen Anspruch an Produzenten.

Der Blaue Engel

Dieses Label des Umweltbundesamtes stellt relativ hohe Ansprüche an Textilien. Chemikalien sind entlang der gesamten Produktionskette geregelt, jedoch ist das Anwendungsfeld weit gestreut, weshalb die Grenzwerte eher schwach sind, seit 2017 jedoch angezogen worden sind.

Made in Green

Dieses Label aus der Familie Oeko-Tex hat sich zu einem strengen Standard in der Textilherstellung entwickelt, bei dem die Fabriken nach dem Programm "STeP" ("Sustainable Textile Production") auf  Chemikalien- und Umweltmanagement, Umweltleistung, Arbeitssicherheit sowie soziale Verantwortung überprüft werden. Das Endprodukt ist immer Oeko-Tex Standard 100 Schadstoffgeprüft. Die Liste mit verbotenen Chemikalien ist "Detox-Konform", wobei ein Produzent zwischen zwei Stufen wählen kann: Anhang 4 und Anhang 6, wobei Anhang 6 schärfere Grenzwerte fordert.

GOTS-Label

Dieser Standard deckt ein weites Feld an Kriterien ab und fordert mindestens 70% Baumwollanteil aus kontrolliert biologischem Anbau für Textilien, die mit diesem Siegel gekennzeichnet sind. Der GOTS-Standard überprüft die gesamte Wertschöpfungskette, vom Anbau bis hin zum fertigen Produkt, wobei auch soziale Kriterien geregelt sind.

Der GOTS-Standard sieht zwei Stufen der Zertifizierung vor: "Made with {x}% organic materials", bei dem 70% bis 94% Baumwollfasern aus kontrolliert biologischem Anbau kommen müssen, und "Organic" bei dem 95% bis 100% Bio-Baumwollfasern verwendet werden.

2. Apps!

Ihr kennt es sicherlich: Ihr seid in der Stadt und verliebt euch Hals über Kopf in ein Kleidungsstück. Die Versuchung ist groß, direkt in den Laden zu stürmen und das Teil zu kaufen. (Anm.d.Red.: gerade jetzt, wo man sowieso nicht in die Stadt gehen kann, ist es eine super Gelegenheit, sich auf die Suche nach fairen Textilien zu machen.)

 

Unser Tipp: checkt das Internet. Hier gibt es viele Apps, die Second-Hand Schätze beherbergen, oft auch noch mit Etikett. Hier kann man häufig das Teil der Begierde zu einem Bruchteil des Preises erstehen – inklusive positivem Nebeneffekt: ihr habt ein Kleidungsstück vor dem Abfall gerettet, denn oft werden retournierte Textilien einfach verbrannt, da es für die Unternehmen kostengünstiger ist. 

3. Recycle!

 Oft geben wir Sachen, die wir nicht mehr brauchen in die Altkleidersammlung. Das ist natürlich immer noch besser, als sie direkt wegzuschmeißen, aber auch hier sollte man wissen, auf welchen Weg sich die Textilien begeben. Ein Großteil wird aussortiert und entsorgt, das was übrig bleibt wird meist in Container verpackt und in weit entfernte Länder verschifft. Im Besten Fall landet das Teil dann in dem Gebiet, wo es ursprünglich herkommt. 

 

Unser Tipp: Recyceln oder Upcyceln. Überlegt, was man aus den Sachen machen kann. Eine Hose kann man kürzen, ein T-Shirt modisch umgestalten, die Möglichkeiten erstrecken sich hier fast ins Unendliche. Also, gebt euren Sachen noch eine Chance, vielleicht erschafft ihr ja etwas, was euch noch viele Jahre eine Freude bereitet. Eine Andere Möglichkeit bietet hier auf der lokale Second Hand laden, bei dem ihr vielleicht sogar noch einen kleinen Betrag für euer Teil bekommt.

4. Kopf benutzen...

...und erst einmal an euren Kleiderschrank denken. Überlegt euch, was ihr schon habt und ob ihr dieses Teil wirklich braucht. Lasst euch nicht von von fiesen Marketingfallen hereinlegen, auch wenn's manchmal ziemlich schwer fällt.

 

Unser Tipp: Habt ihr ein ähnliches Teil schon zuhause und euch gefällt einfach nur die Farbe nicht, kann man mit günstigem und geringem aufwand seine Textilien selber umfärben. In Zahlreichen Läden und Drogerien gibt es Färbemittel auf pflanzlicher Basis. Haucht eurer Kleidung neues Leben ein und freut euch, dass ihr dazu noch etwas gutes getan habt, ganz zu schweigen vom Spaß, den ihr beim selberfärben habt.

5. Bewusstsein schaffen!

Manchmal geht es einfach nicht anders, man wird schwach und dann ist es auch schon passiert. Klar ist das jetzt nicht toll aber am Ende des Tages sind wir auch nur Menschen.

 

Unser Tipp: es ist viel wichtiger, ein Bewusstsein für Kleidung zu entwickeln und verantwortungsvoll mit seinen Sachen umzugehen. Denn solange ihr wisst, welche Verantwortung Mode hat, habt ihr eigentlich schon gewonnen. Seid nicht zu hart zu euch und pflegt eure Sachen, um mit dem Teil lange Freude zu haben. So könnt ihr euren Bedarf langfristig reduzieren und dabei helfen, Nachhaltigkeit in der Mode noch wichtiger zu machen. 

6. Tafel / Spenden

In Jeder größeren Stadt gibt es eine Tafel oder ein Hilfswerk, welches häufig auch ein "Kaufhaus" für gespendete und Second-Hand Artikel betreibt. 

 

Unser Tipp: Anstatt eure Sachen in einen Altkleidercontainer zu stopfen, könnt ihr Hier auch große Mengen an Kleidung abgeben.

Ihr habt ein gutes Gefühl und die Betreiber und Kunden freuen sich umso mehr.  So habt Ihr euren alten Sachen einen langen Weg erspart und helft somit, unnötige Transporte zu vermeiden.

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